Das Sprachförderkonzept: Die LANGUAGE ROUTE ist ein pädagogisch-entwicklungslinguistisches Sprachförderkonzept für Erzieherinnen. Ziel ist eine fachlich fundierte, den Kindern in allen individuellen und altersstufenspezifischen Belangen gerecht werdende Förderung der Sprachentwicklung.
Hintergrund: Das Konzept wurde im Jahre 2000 im Auftrag des niederländischen Ministeriums für Bildung, Kultur und Wissenschaft entwickelt und wird bisher an ca. 4600 niederländischen Einrichtungen effektiv umgesetzt.
Im Vordergrund steht die Idee des Spracherwerbs durch Interaktion. Diese findet nicht nur in isolierten, zeitlich vordefinierten Einheiten statt, zu denen man einzelne Kinder aus der Gruppe herausnimmt und fördert, sondern in den Alltag eingebettet. Wissenschaftliche Studien haben belegt, dass eine in den Alltag eingebettete, zeitlich ausgedehnte Sprachförderung wesentlich bessere Effekte erzielt.
Seit 2007 wurden 500 Sprachtherapeutinnen/Logopädinnen als LANGUAGE ROUTE-Trainerinnen ausgebildet. Seitdem wird das Sprachförderkonzept LANGUAGE ROUTE von Erzieherinnen in mehr als 200 deutschen Kindertageseinrichtungen täglich angewandt.
Sprachtherapeutinnen bzw. Logopädinnen nehmen an der eintägigen intensiven Schulungseinheit LANGUAGE ROUTE I bei ProLog teil, in deren Rahmen die für die Weiterbildung der Erzieherinnen zentralen Planungs- und Durchführungsinhalte vermittelt werden. Dabei wird eine komplette Seminararchitektur als anwendungsorientierter Leitfaden für die Fortbildung der Erzieherinnen in KIGAs und KITAs erarbeitet. Dieser Ordner ist die Basis für fünf halbtägige Seminare, die Sprachtherapeutinnen bzw. Logopädinnen mit den KITA-Mitarbeiterinnen durchführen sollen. In diese Seminare lassen die geschulten Sprachtherapeutinnen/Logopädinnen natürlich zusätzlich ihr wissenschaftlich fundiertes Fachwissen zur kindlichen Sprachentwicklung einfließen.
Inhalte der Schulungseinheit
LANGUAGE ROUTE I:
1. Grundlagen der LANGUAGE ROUTE; kindliche Sprachentwicklung; Prinzipien der Sprachförderung durch Interaktion; soziales, bedeutungsvolles und strategisches Lernen; Heranführen an die Vorläuferfähigkeiten für den Schriftspracherwerb
2. mündliche Sprachproduktion; beginnende Lese- und Schreibfähigkeiten; Gesprächstechniken mit sprachförderndem Charakter; Verarbeitungsaktivitäten; interaktives Vorlesen als Methode und LANGUAGE ROUTE-Zyklen; Erzählwand und Erzähltisch
3. Stimulation der Wortschatzentwicklung in verschiedenen Situationen und Erklären von Wortbedeutungen; Gespräche führen mit Kindern/Gesprächstechniken mit sprachförderndem Charakter; Einsatz von Interaktionsfähigkeiten; Effekte unterschiedlichen Nachfragens
4. Arbeiten mit dem Stufenplan Wortschatz; Wörter selektieren; Wörtern Bedeutung geben (Semantisieren); Üben, Wiederholen, Konsolidieren; Elternarbeit; Kennenlernen der »Ich bin MAX«-Materialien
5. Einsatz moderner Medien; die Rolle des Familien-Portfolios; Erfahrungsaustausch der Teilnehmer und bedarfsgerechte Vertiefung
Dabei liegt der Fokus auf der Interaktion mit den Kindern und zwischen den Kindern untereinander.
Erzieherinnen lernen, Situationen zu schaffen, in denen intensive Interaktionen zwischen den Kindern stattfinden. Sie können zudem ihr Wissen darüber, welche Gesprächsformen die Sprachproduktion der Kinder verbessern, erweitern.
Erzieherinnen lernen, wie auf inkorrekte kindliche Äußerungen mit sprachfördernden Feedbacks zu reagieren ist. Sie können anhand der 5 Bausteine der LANGUAGE ROUTE in ihrer Wahrnehmung und Bewertung der kindlichen Sprachfähigkeit geschult werden und lernen, gezielten und fachlich abgesicherten Einfluss auf die Entwicklung der Sprache auszuüben.